37286.fb2 Alexander K?nig von Asien - читать онлайн бесплатно полную версию книги . Страница 57

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»Na, irgendwo dort hinten«, erwiderte Leonnatos. »Vielleicht betrachtet er gerade diese Berge hier und brummt: >Möchte bloß wissen, wo die stecken. Warum melden sie sich nicht, verdammt noch mal?<«

»Gut möglich«, sagte Alexander. »Und genau deshalb sollten wir uns beeilen und die Häfen entlang der Küste besetzen. Wenn Nearchos dann ankommt, kann er in aller Ruhe einlaufen und braucht keine Hinterhalte zu befürchten.«

Mit diesen Worten gab er seinem Pferd die Sporen und lenkte es den Weg zum Flußtal hinab.

Lysimachos und Leonnatos ritten in diesem Augenblick nebeneinander.

»Wir haben Glück gehabt«, sagte Lysimachos. »Wenn die Perser oberhalb der Paßstraße eine ordentliche Wache aufgestellt hätten, war da nicht mal eine Fliege durchgekommen.«

»Sie haben Angst«, erwiderte sein Freund. »Die ziehen den Schwanz ein, kaum daß sie uns sehen. Uns kann niemand mehr aufhalten.«

Lysimachos schüttelte den Kopf. »Das glaubst du. Ich traue dem Frieden nicht. Meiner Meinung nach laufen wir direkt ins Maul des Löwen . . .«

»Dem reiße ich die Zunge aus«, knurrte Leonnatos und ritt nach hinten, um die Marschkolonne zu kontrollieren.

Innerhalb von wenigen Stadien hatte sich das Klima völlig verändert: Auf der Hochebene war es frisch und trocken gewesen, hier unten im Tal war es auf einmal feuchtschwül, und alle schwitzten unter ihren schweren Rüstungen.

In nur zwei Tagesmärschen erreichte Alexander die nahe am Meer gelegene Stadt Tarsos; sie lieferte sich kampflos aus, nachdem der Satrap von Kilikien geflohen war, um sich mit dem Heer des Großkönigs zu vereinen, das seinerseits unerbittlich vorrückte. Alexander ließ in der Ebene das Lager für seine Soldaten aufschlagen, während er selbst, die Eliteeinheiten und die höheren Offiziere sich in den vornehmsten Häusern der Stadt einquartierten. Er war kaum angekommen, als ihm ein Besucher gemeldet wurde.

»Hier ist ein Bote, der dich unbedingt persönlich sprechen will«, sagte einer seiner Leibwächter.

»Wer schickt ihn?« »Angeblich ein gewisser Eumolpos von Soloi.«

»Dann soll er dir sein Losungswort sagen.«

Der Leibwächter ging hinaus, und kurz darauf hörte Alexander ihn lachen. Ja, offensichtlich handelte es sich wirklich um einen Boten von Eumolpos.

»Das Losungswort lautet. ..«, begann der Leibwächter, brachte seinen Satz vor lauter Lachen aber nicht zu Ende.

»Nimm dich zusammen«, fuhr der König ihn an.

»Das Losungswort lautet Schafshirn.«

»In Ordnung. Laß ihn rein.«

Der Leibwächter ging zur Tür und rief den Boten herein.

»Herr, mich hat Eumolpos von Soloi geschickt.«

»Ich weiß, ein so dämliches Losungswort kann nur der erfinden. Warum ist nicht der andere Bote gekommen? Dich habe ich noch nie gesehen.«

»Der andere Bote hat sich bei einem Sturz vom Pferd verletzt.«

»Was sollst du mir ausrichten?«

»Wichtige Dinge, mein Herr. Der Großkönig ist mittlerweile sehr nahe. Eumolpos ist es gelungen, einen von Dareios' Feldadjutanten zu bestechen und zu erfahren, wo die Schlacht stattfinden soll, bei der er dich vernichten will.«

»Und, wo?«

Der Bote sah sich um und entdeckte auf einer Staffelei die große Landkarte, die Alexander immer bei sich hatte. Er ging zu ihr und deutete mit dem Finger auf einen Punkt in der Ebene zwischen dem Karmel und dem Amanosgebirge. »Hier«, sagte er. »An der Syrischen Pforte.«

47

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer im ganzen Lager und löste helle Panik aus: »Der König ist tot! Der König ist tot!«

»Was ist passiert?«

»Er ist ertrunken!«

»Nein, er ist vergiftet worden.«

»Von einem persischen Spitzel.«

»Wo ist der Kerl?«

»Geflohen.«

»Dann laßt ihn uns verfolgen!«

»Wartet, da kommen Hephaistion und Perdikkas.«

»Und Philipp, der Arzt, ist auch bei ihnen.«

»Dann ist er doch nicht gestorben!«

»Was weiß denn ich? Mir wurde gesagt, er sei tot.«

Augenblicklich hatte sich alles um den Arzt und seine beiden Begleiter geschart, die verzweifelt versuchten, sich einen Weg zum Lagerausgang zu bahnen.

Eine Gruppe schildtragende Gardisten eilte ihnen zu Hilfe, damit sie so schnell wie möglich von Philipps Zelt zum Tor gelangen konnten.

»Wie ist es passiert?« fragte der Arzt unterwegs.

»Wir waren gerade mit dem Mittagessen fertig«, begann Hephaistion.

»Die Hitze draußen war mörderisch«, fuhr Ptolemaios fort.

»Und getrunken habt ihr auch, was?« fragte Philipp.

»Na ja, der König war guter Laune, er hat einen ganzen Herkulesbecher geleert.«

»Sprich, eine halbe Amphore Wein«, knirschte der Arzt.

»Ja«, gab Ptolemaios zu. »Dann hielt er die Bruthitze nicht mehr aus. >Ich gehe baden!< hat er geschrien und ist zum Kydnos runtergerannt - wir haben den Fluß vom Fenster aus gesehen, er sah so schön kühl aus, und da . . .«

»Badengehen - mit vollem Bauch und völlig überhitzt?« schrie Philipp außer sich vor Wut.

Die drei hatten mittlerweile ihre Pferde erreicht. Sie sprangen auf und preschten in aller Eile zu dem Fluß, der etwa zwei Stadien entfernt war.